SBS Refractory Service
Feuerfesttechnik5 Min.

Pflegespritzung und Shotcrete: Standzeit intelligent verlängern

Eine rechtzeitige Pflegespritzung kann die Standzeit einer Feuerfestauskleidung um eine ganze Kampagne verlängern. Wann sich Shotcrete lohnt, wie es funktioniert und worauf es bei der Ausführung ankommt.

Facharbeiter führt eine Pflegespritzung mit Shotcrete-Verfahren an einem Industrieofen durch

Was ist Pflegespritzung?

Pflegespritzung, auch als Gunning oder Shotcrete bezeichnet, ist ein Verfahren zur Auftragung von feuerfestem Material mittels Druckluft auf verschlissene Auskleidungsoberflächen. Anders als bei einer Neuzustellung wird dabei nicht die gesamte Auskleidung erneuert, sondern gezielt Material auf die verschlissenen Bereiche aufgetragen. Die Methode ist erheblich schneller und kostengünstiger als ein Komplettaustausch und kann in vielen Fällen während geplanter Wartungsstillstände durchgeführt werden, ohne den Produktionszeitplan wesentlich zu beeinträchtigen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der Zeitpunkt der Pflegespritzung entscheidet maßgeblich über ihren Erfolg. Wird zu früh gesprüht, ist der wirtschaftliche Nutzen gering, weil die Reststandzeit des Originalmaterials noch ausreichend wäre. Wird zu spät gesprüht, kann das Spritzmaterial nicht mehr sicher auf der geschädigten Untergrundoberfläche haften. Der optimale Zeitpunkt liegt in der Regel bei einem Restauskleidungsverbrauch von 40 bis 60 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt ist der Verschleiß bereits deutlich messbar, aber die Untergrundoberfläche bietet noch genügend Struktur und Integrität für eine gute Anbindung des Spritzmaterials.

Die typische Auftragsstärke bei einer Pflegespritzung beträgt 5 bis 7 Zentimeter. Bei sachgerechter Ausführung hält eine Pflegespritzung 50 bis 70 Prozent der Standzeit einer vergleichbaren Neuzustellung, bei einem Bruchteil der Kosten und Stillstandszeit.

Trocken- versus Nassspritzverfahren

In der Praxis kommen zwei grundsätzlich verschiedene Verfahren zum Einsatz. Beim Trockenspritzverfahren wird das trockene Spritzmaterial über einen Druckluftschlauch zur Düsenspitze gefördert, wo es mit Wasser vermischt und auf die Oberfläche geschleudert wird. Das Verfahren ermöglicht hohe Auftragsraten und eignet sich besonders für große Flächen und dicke Aufträge. Der Nachteil ist ein höherer Rückprall, also Material, das nicht an der Oberfläche haften bleibt und als Abfall anfällt.

Beim Nassspritzverfahren wird das Material bereits vor dem Transport zur Düse mit Wasser angemischt. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere Materialqualität mit niedrigerem Rückprall, allerdings bei geringerer Auftragsrate und höheren Anforderungen an die Fördertechnik. Die Wahl des Verfahrens hängt von der Zugänglichkeit, der gewünschten Auftragsdicke, dem Materialtyp und den projektspezifischen Randbedingungen ab.

Qualitätssicherung bei der Pflegespritzung

  • Oberflächenvorbereitung: Lose Teile, Schlackenanhaftungen und kontaminierte Schichten müssen vollständig entfernt werden, bevor das Spritzmaterial aufgetragen wird
  • Temperaturkontrolle: Die Untergrundoberfläche muss auf unter 80 Grad Celsius abgekühlt sein, um eine chemische Abbindung des Spritzmaterials zu ermöglichen
  • Schichtaufbau: Mehrere dünne Schichten erzielen eine bessere Haftung und Materialqualität als ein einzelner dicker Auftrag
  • Nachbehandlung: Nach dem Spritzauftrag muss das Material kontrolliert getrocknet werden, bevor der Ofen wieder aufgeheizt wird. Die Trocknungskurve richtet sich nach dem verwendeten Bindesystem
  • Dokumentation: Schichtdicken, Materialmenge und Auftragsbereiche werden dokumentiert, um den Verschleißverlauf über mehrere Kampagnen verfolgen zu können

Bei SBS Refractory Service führen wir Pflegespritzungen mit eigenem, erfahrenem Fachpersonal und modernster Fördertechnik durch. Unsere Teams sind mit den spezifischen Anforderungen verschiedener Ofentypen vertraut und können auch unter beengten Platzverhältnissen eine gleichmäßige und haftfeste Spritzschicht aufbauen. Die Kombination aus regelmäßiger Schadensanalyse und gezielter Pflegespritzung ist eine der wirksamsten Strategien zur Maximierung der Anlagenverfügbarkeit bei gleichzeitiger Minimierung der Feuerfestkosten.

Auf einen Blick
5–7 cm
Typische Auftragsstärke Pflegespritzung
50–70 %
Standzeit gegenüber Neuzustellung
<80 °C
Max. Untergrundtemperatur bei Auftrag

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