PDFEnergie & VerbrennungFeuerfest an der Rohrwand: Die Prüfpunkte
Schützen, ohne die Wärme abzuriegeln: worauf es bei der Zustellung einer Kesselrohrwand ankommt.
Im Kessel soll das Feuerfeste die Rohre vor Erosion und Korrosion schützen, aber die Wärme weiter durchlassen. Drei Grundsätze entscheiden an der Rohrwand über Standzeit und Wirkungsgrad.

Im Feuerraum eines Kessels hat das Feuerfeste eine andere Aufgabe als in einem Schmelzofen. Hinter der Zustellung liegen keine Stahlplatten, sondern wasser- oder dampfgekühlte Rohre, die die Wärme aufnehmen sollen. Die Auskleidung muss sie schützen, ohne die Wärme abzuriegeln. Zu wenig Feuerfest, und Erosion und Korrosion greifen die Rohre an. Zu viel, und der Kessel verliert Leistung, weil die Wärme nicht mehr bei den Rohren ankommt.
An einer Rohrwand sitzt das Feuerfeste nur dort, wo es gebraucht wird: in den Zonen, in denen Erosion durch Asche und Partikel oder Korrosion durch das Rauchgas angreift. Dort wird es dünn, dicht und sauber abgezogen aufgebracht. Eine dicke Schicht sieht solide aus, isoliert aber die Rohre und verschiebt die Wärme in Bereiche, für die der Kessel nicht ausgelegt ist.

Wo Rohre für Brenner, Düsen oder Schaulöcher auseinandergezogen sind, ändert sich die Geometrie auf engem Raum. Dort treffen Flamme, Strömung und unterschiedliche Dehnung aufeinander, und dort reißt die Masse zuerst. Wir arbeiten an den Öffnungen passgenau, runden die Kanten aus und beginnen mit ihnen, nicht mit der glatten Fläche.
Die Anker, die das Feuerfeste halten, werden auf die Stege zwischen den Rohren geschweißt — nie in ein Rohr hinein. Eine Schweißstelle am drucktragenden Rohr ist ein Eingriff in die Kesselsubstanz. Jede Schweißstelle wird geprüft, bevor die Masse aufgebracht wird.
Eine Rohrwand ist kein Ofenmantel. Das Feuerfeste schützt die Rohre, aber der Kessel lebt davon, dass die Wärme bei ihnen ankommt. Richtig zugestellt ist sie dort, wo angegriffen wird, und nirgends sonst.

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